mein Kind in einer Pflegefamilie

Pflegefamilien nehmen Kinder auf, die vorübergehend nicht in ihrer Familie nach ihren Bedürfnissen versorgt werden können.

Bei einem kurzen Aufenthalt, z.B. wegen Krankheit oder Kur, werden die Pflegeeltern dazu beitragen, die Eingewöhnung sowie die Rückkehr zu den Eltern für das Kind so wenig belastend wie möglich zu gestalten. Dazu gehört selbstverständlich die Aufrechterhaltung und Förderung des Kontaktes.

Wenn das Kind längere Zeit in der Pflegefamilie lebt, werden Bindungen aufgebaut, die jedes Kind für eine gute Entwicklung braucht. Es braucht liebevolle Bezugspersonen, die es zuverlässig versorgen, die es trösten, die auf seine Schwierigkeiten und Wünsche eingehen. Ein ständiges Hin und Her zwischen verschiedenen Bezugspersonen irritiert das Kind, es kommt zu Schwierigkeiten, die das Verhältnis zwischen Eltern und Pflegeeltern stark belasten können.

Während die Pflegeeltern sich Unterstützung beim Jugendamt und bei Kollegen holen, ist es für die Eltern schwieriger, die richtige Beratung zu finden. Manchmal hatten sie mit dem Jugendamt schon Auseinandersetzungen und es besteht kein Vertrauen in die Beratung von dieser Seite. Vor ihren Verwandten müssen sie sich evtl. rechtfertigen und sind von verschiedenen Seiten Vorwürfen ausgesetzt, obwohl die Entscheidung für eine Pflegefamilie in ihrer speziellen Situation das Beste für das Wohl des Kindes war.

Die Vereine für Pflegeeltern kennen diese Probleme. Ihr erklärtes Ziel ist das Wohlergehen des Kindes, sie sind nicht die Organisation einer „Gegenseite“. Darum bieten einige Vereine auch Gespräche und Beratung für Eltern an, diese müssen dazu natürlich nicht Mitglied sein.

Für das Kind wird seine Herkunftsfamilie immer wichtig bleiben, auch wenn es schon lange Zeit in einer Pflegefamilie lebt und sie sein Zuhause geworden ist. Es identifiziert sich mit beiden Familien und je besser sie sich gegenseitig akzeptieren, desto weniger Sorgen hat es.